Erstellt am Donnerstag, 30. Mai 2013

Feldstudie der Universität Tübingen | IWM Leibniz-Institut für Wissensmedien

Einfluss von virtuellen Trainingswelten auf den Wissenstransfer und -erwerb am Projekt ViPOL

  

IMPACT OF VIRTUAL TRAINING ENVIRONMENTS ON THE ACQUISITION AND TRANSFER KNOWLEDGE

Prof. Dr. Johannes Moskaliuk, Arbeitsbereich Angewandte Kognitionspsychologie  und Medienpsychologie der Universität Tübingen, Prof. Dr. Ulrike Cress und Dipl. Psych. Johanna Bertram, Knowledge Construction Lab, Knowledge Media Research Center, Tübingen

 

 

Die Universität Tübingen, Arbeitsbereich Angewandte Kognitionspsychologie  und Medienpsychologie und das Knowledge Construction Lab, Knowledge Media Research Center Tübingen untersuchten den Einsatz der virtuellen Lern- und Arbeitsumgebung ViPOL. ViPOL wurde für das Training von Polizeieinsatzkräften entwickelt. Die Ergebnisse sind auf andere Zielgruppen übertragbar. Nachfolgend ein kurzer Überblick der wesentlichen Studien-Ergebnisse:

 

Die Feldstudie vergleicht drei Trainingsbedingungen

Virtuelles Training, Standardzustand, Kontrollzustand

 

Teilnehmer | Aufgabe

Polizeibeamte erhalten eine Ausbildung in der Kommunikation zwischen Bodenstreitkräften und einer Helikoptermannschaft während eines Einsatzes.

 

Beschreibung

Diese Aufgabe (wie viele andere Aufgaben der Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste) ist von hoher Komplexität geprägt und hat keine einzige "richtige" Lösung. Sie basiert auf Spezialisierung von Aufgaben innerhalb eines Teams und erfordert eine intensive Kommunikation zwischen den Teammitgliedern und besteht aus Situationen, in denen Menschen in Gefahr sind.

Lernergebnisse und Wissenstransfer wurden von abhängigen Variablen gemessen. 

 

Evaluations-Item - Wissenserwerb

Die Ergebnisse bestätigen, dass das virtuelle Training in Bezug auf den Wissenserwerb genauso effizient wie das Standardtraining (Realbedingungen) war. 

Evaluations-Item - Wissenstransfer

In Bezug auf den Wissenstransfer war das virtuelle Training sogar noch effizienter als das Standardtraining.

Evaluations-Item - Trainingszufriedenheit

In Bezug auf die Trainingszufriedenheit konnte kein Unterschied zwischen Standard- und virtueller Ausbildung gefunden werden.

 

                

 
 

Schlussfolgerung

[…] Die Ergebnisse liefern empirische Beweise dafür, dass virtuelle Trainingsumgebungen ein effektives Werkzeug für die Ausbildung in komplexen Aufgaben ist, die eine enge Zusammenarbeit und Interaktion zwischen den Teammitgliedern erfordern und so in der Realität nicht vollständig geschult werden kann.

Insbesondere dann, wenn das Training unter Realbedingungen nicht möglich, zu teuer oder zu gefährlich ist.

 

CYBER-2012-0416-ver9-Moskaliuk_1P, Type: research-article, ORIGINAL ARTICLE, CYBERPSYCHOLOGY, BEHAVIOR, AND SOCIAL NETWORKING, 2012, © Mary Ann Liebert, Inc., DOI: 10.1089/cyber.2012.0416